Meeressterben und Überfischung

Unsere Meere sterben. Globale Erwärmung, Plastikmüll und Überfischung sind schuld. Und die EU, sie handelt nicht schnell genug.

Am kommenden Dienstag treffen sich die europäischen Umweltminister/innen in Bulgarien – darunter auch die neue deutsche Umweltministerin Svenja Schulze. Der Meeresschutz steht aber noch nicht einmal auf der Tagesordnung.

Wir wollen die Minister/innen dazu bringen, bei ihrem Treffen über den Schutz der Meere zu sprechen. Wir wollen sie an die Versprechen erinnern, die sie bereits gegeben haben. Sie müssen ihren Worten endlich Taten folgen lassen.

Mit einem großen Transparent werden wir die Minister/innen erwarten. Verkleidet als Rochen und Seepferdchen haben wir Bilder vom Aussterben bedrohter Arten dabei. Die Verantwortlichen werden unsere Botschaft nicht übersehen können.

Auf unserem Transparent stehen mit Stand heute 114.524 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Europa, die gemeinsam ein Ende der Überfischung und einen umfassenden Schutz der Meere fordern. Stärker wären wir noch, wenn wir über 150.000 werden und daher bitten wir Sie, unseren Appell zu unterschreiben.

Aus ersten Kontakten zu Delegierten des Treffens wissen wir, dass unser Appell und die stetig wachsende Zahl der Unterschriften von den Verantwortlichen wahrgenommen werden. Der bulgarische Umweltminister reagiert auf unsere Anfrage für ein Treffen nicht, aber wir haben trotzdem einen Weg, die Ministerrunde direkt zu erreichen – leider können wir dazu hier nicht mehr verraten.

Ganz sicher ist es uns aber eine große Hilfe, wenn die Zahl der Unterschriften über dieses Wochenende noch einmal hoch schnellt. Ihre Unterstützung unseres Appells ist genau der richtige Beleg für unsere gemeinsame Forderung.

Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf wenigstens eine der zahlreichen Bedrohungen werfen, die Überfischung: 96% der Fische im Mittelmeer und 86% im Schwarzen Meer sind überfischt.[1] 87% der Fischbestände im Nordatlantik werden maximal befischt oder sind bereits überfischt.[2] In einigen Fällen kann der Fisch, den Sie vielleicht gerade heute essen, in den kommenden Jahren schon ausgestorben sein.

Die EU hat die Bedrohung der Meere erkannt und sich bereits geeinigt, ab dem Jahr 2015 drastische Maßnahmen zu ergreifen. Jetzt, nach drei Jahren müssen wir aber leider feststellen, dass diese Pläne und Versprechungen nicht eingehalten werden. Wann immer die Fangquoten festgelegt werden, hören die Minister/innen auf die Fischindustrie und nicht auf die Wissenschaft oder auf uns, die Bürgerinnen und Bürger aus Europa.

Dabei gibt es Hoffnung, weil eigentlich einfache und billige Lösungen existieren.[3] Wir müssen sicherstellen, dass weniger Fisch gefangen wird. Nur so ist die Gesamtheit der Meeresbewohner zu schützen und nur so können die Arbeitsplätze in der Fischereiindustrie dauerhaft erhalten werden. Technisch ist es einfach: Eine Filmkamera filmt den Fang auf jedem Trawler. Sensoren an den Netzen sorgen dafür, dass die Kamera zur rechten Zeit läuft.

https://www.wemove.eu/sites/all/modules/civicrm/extern/url.php?u=64480&qid=87501782

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.