ALG II und Armut – Petition auf change.org nimmt Fahrt auf

Jens Spahn hatte mit seiner Äußerung zum Thema „Hartz IV bedeutet nicht Armut.“ sich weit aus dem Fenster gelehnt, kennt er doch mitnichten die Umstände unter denen ein Betroffener damit „leben“ muss. Wir berichteten bereits unter http://humanistenteam.info/jens-spahn-kuenftiger-gesundheitsminister-zur-armut-in-deutschland-niemand-muss-hungern/ und http://humanistenteam.info/spahn-aufgefordert-selbst-von-hartz-iv-zu-leben/ .

Nunmehr haben schon fast 185.000 Menschen unterschrieben und es könnte sein das es nach der gestrigen Sendung „hart aber fair“ durchaus noch mehr Antrieb dazu geben wird. Wenn nun Herr Spahn das Wagnis eingeht einen Monat von € 416,00 zu leben (ohne sich heimlich von anderen Mitteln zu bedienen) wäre das eine Sache. Allerdings glaube ich dass die gewünschte Wirkung in Form von Einsicht oder gar Umdenken so nicht kommen wird. Das scheint übrigens auch nicht nur ein Problem von Jems Spahn zu sein, der gestern bei „hart aber fair“ Vertreter der CDU Alexander Krauß war kaum weniger provokant eingestellt. Ich wäre ja dafür das ein „Volksvertreter“ bevor er überhaupt gewählt werden darf grundsätzlich ein Pflichtpraktikum (mindestens 6 Monate!) unter den Bedingungen von H4 absolviert – und zwar jedesmal vor einer neuen Wahlperiode – eventuell öffnet dies dann den geneigten Herrschaften die Augen! In die Diskussion gestern hätte auch gehört das mal ein verantwortlicher Vertreter des Arbeitsministeriums zu Wort kommt und sich aber auch die Nöte der Betroffenen überhaupt anhört! Politik wird sich nicht ändern dadurch das eine Sendung im Fernsehen ausgestrahlt wird und ein Herr Plaßberg nur dadurch in Sprachlosigkeit gerät weil ein Professor Sinn die Behauptung aufstellte das jener wohl in dieser Runde am meisten verdienen würde.

Letztlich bleibt für die Sendung festzuhalten dass die Rechnung aufgegangen ist für Polarisierung zu sorgen, klar war ja auch das eine Sendung alleine nicht für einen großen Wandel sorgen wird. Die Lobhudelei bisweilen auf die Agenda 2010 war schon eine Zumutung wenn man bedenkt welche Folgen diese Agenda mit sich gebracht hat! Es war leider auch kein Vertreter da der hätte darauf aufmerksam machen wollen das eben jene Agenda 2010 dafür verantwortlich ist das es neben den Auswirkungen von H4 auch den großen Bereich des Niedriglohnsektors geschaffen hat. Die Folgen sind letztlich das Abhängen vieler Menschen von der gesellschaftlichen Teilhabe und was auch gestern wieder verdrängt wurde einer ungewissen Zukunft später in Rente…

Leider bietet auch der Faktencheck wenig Aufklärung zu den Äußerungen – da gibt es eher ausweichende Antworten die wenig Substanz aufweisen, anscheinend will man an dieser Stelle aber auch gar keine reale Betrachtung der Situation.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.