Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion – „Altenpflege hat neuneinhalb Millionen Überstunden“

Und von diesen neuneinhalb Millionen Überstunden  war dazu noch über ein Drittel unbezahlt, wie aus der Antwort hervorgeht.  Es wurden etwa 900 Millionen Gesamtstunden in der Pflege geleistet, damit machen die Überstunden also mehr als 1 Prozent der gesamten Arbeitszeit aus. Grund dafür, gleichzeitig sinkende Anzahl von Vollbeschäftigungen in der Altenpflege.

(Überall ist zu lesen das es einen 10% Überstundenanteil gebe (ARD schon korrigiert),  Journalisten und Zahlen scheint ein nicht vereinbarer Gegensatz zu sein, eigentlich sollte man solch Rechenaufgabe auch lösen können ohne einen Taschenrechner bemühen zu müssen.)

Linken-Abgeordnete Pia Zimmermann nannte diese Zahlen zu recht das „traurige Resultat der großen Koalition der letzten Jahre“.

Zur Erinnerung, im Dezember 2017 meldete die Bundesagentur für Arbeit 24.000 unbesetzte Stellen in der Altenpflege und die weiteren 8000 Stellen die neun CDU/CSU und SPD schaffen wollen werden nichts am Pflegenotstand ändern.

Dazu müsste man erst einmal alles Stellen besetzen können und dank mangelnder Gesetzeslage und einher gegangener Privatisierung der Pflegedienste und woher das Geld für eine Erhöhung der Gehälter der Pfleger/innen kommen soll lässt auch das neue GroKo Papier offen. Wohl nicht umsonst denn dies hängt wieder mit der Privatisierung zusammen!

Wenn man beispielsweise sich auf einen höheren Tarif geeinigt hat, muss man sagen, gerade in der Altenpflege greift das überhaupt nicht. Denn die weitaus meiste Zahl der Arbeitgeber dort sind überhaupt nicht tarifgebunden. Das heißt, da hat die Politik überhaupt keine Handhabe, für einen Tarif zu sorgen, einen Tarif vorzuschreiben. 

Auch die „Klausel“ die die letzte GroKO an das „Pflegestärkungsgesetze“ gehängt (besagt das ein Arbeitgeber der Tarifgehalt zahlen möchte, sich diese Mehrkosten in voller Höhe von den Pflegekassen erstatten lassen kann) hat nur marginal Zuspruch gefunden weil die untereinander auch über den Preis konkurrieren und weil die offenbar noch immer kein großes Interesse daran haben, ihre Beschäftigten gut zu bezahlen.

Nach jetzigem Stand sieht es so aus als das eine „Lohnerhöhung“ wenn überhaupt an die Pflegebedürftigen weitergegeben werden soll. Denn eine Gegenfinanzierung dazu ist im neuen Koalitionsvertrag nicht zu finden.

Bei 24.000 unbesetzten Stellen und 8.000 die nun neu erschaffen werden sollen und unserem Mangel an ausgebildeten Fachkräften muss endlich auch dieses neue Potential für dieses Problem genutzt werden: https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/heinsberg/junge-fluechtlinge-fit-machen-fuer-die-altenpflege-1.1822331

Nicht nur in Bayern fehlt dazu aber noch der polit./ökonomische Weitblick und hält man an „deutschen Denkweisen“ fest!

Frage mich nur wieso die Grünen oder AfD nie darauf kommen mal solch Anfragen zu stellen?! Weil soziale Rahmenbedingungen in unserem Land für sie keine wirklich ernsthaft gemeinten Themenfelder sind?

 

Ein Gedanke zu „Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion – „Altenpflege hat neuneinhalb Millionen Überstunden“

  • Panthera
    9. Februar 2018 um 12:21
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    Viele Pflegeheime werden von den beiden grossen Kirchen geführt und der Arbeiter Wohlfahrt kurz AWO. Während die AWO an das Tarifrecht gebunden ist, haben die Kirchen ihre eigenen Arbeitsverträge, mit welchem Recht eigentlich? Nur trotz aller Beteuerungen werden kaum neue Leute eingestellt, bzw diese nicht grade gut entlohnt. Gut zugegeben, das ist einer der großen Makel unseres Landes, Dienstleistungen sind das allerletzte, was die Bezahlung angeht. Wenn man sieht was in diesem Bereich geleistet wird, vor allem in der Pflege, dann ist es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit wie die Entlohnung dafür ist. Nur hat auch seitens der Politik niemand ein wirkliches Interesse daran, diese Situation zu verändern. Ich frage mich immer wieder warum das so ist, anscheinend haben die Mitarbeiter keinen starken Partner bei den Gewerkschaften, bzw. keine so große Lobby in der Bevölkerung. Was wäre wenn einfach mal alle im Dienstleistungsgewerbe auf einmal, nur für eine Woche die Arbeit niederlegen? Keine Krankenschwester oder Altenpflegerin, keine Bus und Bahnverbindungen, usw. Klar unsere Politiker und Wirtschaftsbosse haben ihre Chauffeure und ihr eigenes Pflegepersonal meist aus Osteuropa, ebenso wie die Haushaltshilfen, aber die sitzen eh alle in ihrem Elfenbeinturm und merkeln nix was ihr Volk für Sorgen und Nöte hat.

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