Ausspähen unter Freunden

BERLIN/PULLACH
(Eigener Bericht) – Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat Frankreichs Außenminister Laurent Fabius, diplomatische Vertretungen mehrerer EU-Staaten und der USA, UNICEF sowie einen deutschen Diplomaten ausspioniert. Dies geht aus aktuellen Berichten unter Bezug auf eine vom BND vorgelegte, 900 Seiten starke Liste sogenannter Selektoren hervor. Über das Ausspähen enger Verbündeter ist das Bundeskanzleramt laut einem hohen Regierungsbeamten bereits 2008 informiert worden. Verantwortlich für den BND war damals in letzter Instanz Kanzleramtsminister Thomas de Maizière. Elektronisch ausgeforscht worden sind, wie es heißt, auch mehrere US-Ministerien, darunter das State Department, zudem das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und eine Vertretung des Vatikan. Die These, der BND sei in der Kooperation mit der NSA, in der er die Kommunikation zahlreicher Verbündeter abfing und an den US-Dienst weiterreichte, von diesem sozusagen über den Tisch gezogen worden, ist nun endgültig nicht mehr zu halten. Nicht bekannt ist bisher, ob die eigenständigen Spionageattacken des BND auf EU-Staaten sowie die USA bereits – wie die Kooperation mit der NSA – unter Rot-Grün begannen. Die Letztverantwortung für den BND trug damals Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier.
Seeeeeehr interessant. Wie sagte doch mal unsere Kanzlerin? …Ausspähen unter Freunden, das geht doch nicht….

Ein Gedanke zu „Ausspähen unter Freunden

  • Kaballah
    13. November 2015 um 22:28
    Permalink

    Lauser – wir beide wissen ja nun nicht wirklich welche Freunde Frau Merkel hat – daher kann es ja auch sein das De Maiziere für sie alles richtig gemacht hat. De Maiziere scheint ohnehin sich alles leisten zu dürfen – da muss man sich schon fragen welche Trümpfe er gegen sie in der Hand hält, andere wären doch schon längst in Ehren verabschiedet worden.

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