Bundesregierung stellt sich blind und taub – Stalingrad-Gedenken wird verweigert

In diesem Jahr, am 2.Februar, jährt sich zum 75. Mal der Jahrestag des Sieges der Roten Armee über die deutsche Wehrmacht bei der Schlacht um Stalingrad.

Auf die kleine Anfrage von der Fraktion Die Linke im Bundestag zum 75.Jahrestag (Bundesdrucksache 19/302)

Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Heike Hänsel, Ulla Jelpke, Niema Movassat,. Zaklin Nastic, Eva-Maria Elisabeth Schreiber und der Fraktion DIE LINKE. Gedenken an den 75. Jahrestag des Sieges der Roten Armee über die Wehrmacht in der Schlacht um Stalingrad

gab es zur Frage 13 folgende Stellungnahme von Seiten der Bundesregierung:

Die Einordnung damaliger militärischer Handlungen der Wehrmacht als verbrecherisch im strafrechtlichen Sinne ist einzelfallbezogen vorzunehmen. Als verbrecherisch könnten Handlungen konkreter Täter einzustufen sein, die gegen anwendbares Recht verstießen, insbesondere Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/003/1900302.pdf

Es ist eigentlich nur noch absurd wie die Bundesregierung sich auf der einen Seite dem geschichtlichen Diskurs verweigert, den Opfern dieses verbrecherischen Krieges den nötigen Respekt verweigert und vor allem kann es keine einzelfallbezogene Bewertung geben da ja nicht nur ein Einzelner dafür verantwortlich gemacht werden kann was in diesem Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen die damalige Sowjetunion geschehen ist. Da muss man sich schon fragen wie man sich selbst nach 75 Jahren mit der Vergangenheit auseinandersetzt – oder wie aus der Antwort der Bundesregierung zu ersehen ist nicht auseinandersetzt.

Dabei steht sogar auf den Seiten der Bundeswehr:

Die Wehrmacht hatte sich zum willfährigen Instrument des Nationalsozialismus entwickelt und war an vielen Kriegsverbrechen beteiligt.

Warum bitte kann die Antwort der Bundesregierung nicht ähnlich lauten? Warum weicht man aus? Ist es zu viel verlangt sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen? Wer hat denn wen überfallen – wer schürt auch heute noch die Angst vorm Russen?!

Genauso schlimm finde ich die Antwort auf Frage 9:

Die Bundeswehr pflegt keine Tradition zu ehemaligen deutschen Streitkräften.

Häh?! Was bitte ist das denn für eine Antwort – so bescheuert kann man doch nicht wirklich sein – oder?! Hier an dieser Stelle ein paar Tatsachen für die deutsche Bundesregierung:

23. Mai 2017, 17:04 Uhr   

Ohne die Wehrmacht geht es nun mal nicht

http://www.zeit.de/2017/22/bundeswehr-tradition-vergangenheit-reform-ursula-von-der-leyen

17. Mai 2017, 17:06 Uhr

Versteckte Schuld

http://www.zeit.de/2017/21/bundeswehr-wehrmacht-schuld-rechtsextremismus-helmut-schmidt

13.10.2017, 10:58 Uhr

Wie viel Wehrmacht steckt noch in der Bundeswehr?

https://www.morgenpost.de/politik/article212223669/Wie-viel-Wehrmacht-steckt-noch-in-der-Bundeswehr.html

Wehrmachtsdevotionalien in Kasernen, Soldaten zeigen Hitlergruß, falsche Helden als Namensgeber – Wie viel Wehrmacht steckt in der Bundeswehr?

http://www.deutschlandfunkkultur.de/traditionsdebatte-in-der-bundeswehr-von-historischem.976.de.html?dram:article_id=408915

Bleibt noch die Frage an die Linke – gibt man sich mit solchen „Antworten“ zufrieden? Lässt man die Bundesregierung so einfach aus der Verantwortung? Nur eine „Ablage“ der kleinen Anfrage und deren Beantwortung auf der Homepage?!

Ein Gedanke zu „Bundesregierung stellt sich blind und taub – Stalingrad-Gedenken wird verweigert

  • Netti
    28. Januar 2018 um 20:15
    Permalink

    Und da wollen die uns weiß machen es würde sie der Rechtsruck wundern? Das wäre ja so als ginge ich shoppen und hinterher wundern mich meine vollen Tüten… schreibe lieber nichts mehr, denn das könnte sonst sehr unsachlich werden! :( Wie die Linke nun mit dieser abartigen Antwort umgeht sollten wir aber weiter beobachten!

    Antwort

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