Der Rostige Angela und die zufälligen Zufälle – Konzept zur zivilen Verteidigung

Eine Sichtweise -;)

„Die rostige Angela führt ein Ritterleben wie keine andere. Dass ihre Rüstung im Laufe der Jahre stark eingerostet und ihre Burg nicht viel mehr als ein baufälliger Steinhaufen ist, stört sie nicht die Lanze. Eines Tages werden die rostige Angela und ihr Knappe Thomas  beauftragt, die vermeintlich durch den barbarischen König des großen Landes bedrohten Burgen zu beschützen. Ein waghalsiges Unterfangen, dem sich die beiden mitsamt ihrer Folgschaft, den 631 für die Abordnung Entschädigten, entgegenstellen. Zufällige Zufälle sollen ihren Weg erleichtern. Aber wer rechnet schon mit  brandheißen Hindernissen, einem Fluss ohne Überquer, dem einfachem Volk, Gauklern und Sängern, Querdenkern und einem zauberhaften „Fremden“ oder einem grünen kleinen Häslein …?“ -;))

Ich glaube nicht an zufällige Zufälle. So auch nicht an den Zufall der Fertigstellung der Überarbeitung des Konzepts zur zivilen Verteidigung, gerade jetzt.

Ein Konzept für den Zivilschutz gibt es bereits seit den 1960er Jahren.  Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastophenhilfe informiert schon lange: http://www.bbk.bund.de/DE/Ratgeber/VorsorgefuerdenKat-fall/VorsorgefuerdenKat-fall.html

Was ist das Ziel? Ist das jetzt eine Art Strategische Kommunikation, die auf Panikmache fußt, um die Bevölkerung von mehr erforderlicher Resilienz, mehr Überwachung, mehr NATO zu überzeugen?

Das nenne ich in dieser Art und Weise sorgfalts- und verantwortungslos.

Hintergründe:

>Parlamentarische Versammlung der NATO vom 11. bis 14. Oktober 2013 in Dubrovnik

Botschafterin Kolinda Grabar-Kitarović, stellvertretende NATO-Generalsekretärin für den Bereich öffentliche Diplomatie, gehaltenen Vortrages „NATO heute und morgen“: … Abschließend räumte sie ein, dass trotz starker Bemühungen der Abteilung öffentliche Diplomatie die Möglichkeiten der NATO beschränkt seien, den Bevölkerungen ihrer Mitgliedstaaten die Bedeutung einer gemeinsamen Sicherheitsinstitution und die Arbeit der NATO nahezubringen.
http://dip.bundestag.de/btd/18/093/1809316.pdf

 >Weißbuch 2016 https://www.bmvg.de/resource/resource/MzEzNTM4MmUzMzMyMmUzMTM1MzMyZTM2MzIzMDMwMzAzMDMwMzAzMDY5NzE3MzM0Nzc2YzYyMzcyMDIwMjAyMDIw/Weissbuch2016_barrierefrei.pdf

– Neben der zivil-militärischen Zusammenarbeit auf allen Ebenen wird der abstrakte Begriff der „Resilienz“ zentral eingeführt. Damit wird die potenzielle Einbindung des Militärs in zahlreiche Bereiche des öffentlichen zivilen Lebens, etwa durch Internetüberwachung oder dem Schutz kritischer Infrastruktur beschrieben:

– Resilienz oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

– Darüber hinaus müssen wir die gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Resilienz in Deutschland und innerhalb der Europäischen Union stärken. Nur so bewahren wir unsere offene Gesellschaft und schützen unsere freiheitliche Art zu leben…

– Die Krise in der und um die Ukraine ist konkreter Niederschlag einer langfristigen innen- und außenpolitischen Entwicklung. Russland wendet sich dabei von einer engen Partnerschaft mit dem Westen ab und betont strategische Rivalität. International präsentiert sich Russland als eigenständiges Gravitationszentrum mit globalem Anspruch. Hierzu gehört auch eine Erhöhung russischer militärischer Aktivitäten an den Außengrenzen von Europäischer Union (EU) und Nordatlantischer Allianz (NATO). Im Zuge einer umfassenden Modernisierung seiner Streitkräfte scheint Russland bereit, an die Grenzen bestehender völkervertraglicher Verpflichtungen zu gehen. Der zunehmende Einsatz hybrider Instrumente zur gezielten Verwischung der Grenze zwischen Krieg und Frieden schafft Unsicherheit in Bezug auf russische Ziele. Dies erfordert Antworten der betroffenen Staaten, aber auch von EU und NATO. Ohne eine grundlegende Kursänderung wird Russland somit auf absehbare Zeit eine Herausforderung für die Sicherheit auf unserem Kontinent darstellen. Zugleich verbindet Europa mit Russland aber nach wie vor ein breites Spektrum gemeinsamer Interessen und Beziehungen. Als größter Nachbar der EU und ständiges Mitglied im Sicherheitsrat der VN kommt Russland regional wie global eine besondere Verantwortung bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen und internationaler Krisen zu. Nachhaltige Sicherheit und Prosperität in und für Europa sind daher auch künftig nicht ohne eine belastbare Kooperation mit Russland zu gewährleisten. Umso wichtiger ist im Umgang mit Russland die richtige Mischung aus kollektiver Verteidigung und dem Aufbau von Resilienz einerseits und Ansätzen kooperativer Sicherheit und sektoraler Zusammenarbeit andererseits….

– Das Aufgabenspektrum reicht dabei von der Landes- und Bündnisverteidigung bis zum Zivil- und Katastrophenschutz. Sicherheitsvorsorge ist nicht nur eine staatliche, sondern wird immer mehr zu einer gemeinsamen Aufgabe von Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein gemeinsames Risikoverständnis ist die Grundlage für den Aufbau gesamtgesellschaftlicher Resilienz

– In dem Maße, in dem die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ihrem Charakter und ihren Wirkungen nach grenzüberschreitend sind und die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Staaten, Gesellschaften und Volkswirtschaften weiter steigen, bedarf es darüber hinaus der Resilienzbildung im Verbund mit unseren Verbündeten und Partnern

-Zur Sicherstellung des Bedarfs und auch zur Resilienzbildung in der Gesellschaft muss eine Durchlässigkeit zwischen Bundeswehr, Gesellschaft und Wirtschaft erreicht werden…

 

>Die Berliner Erklärung  für Vorratsdatenspeicherung auch für soziale Medien, mehr Videoüberwachung und eine intensivere Fahndung im „Darknet“…

http://www.regierung-mv.de/serviceassistent/_php/download.php?datei_id=1577972

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