Die einen gehen zum Jobcenter, wer richtig kassieren will geht zum Finanzamt

Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten bei Vermietungseinkünften

Behält ein Vermieter nach dem Verkauf seines Mietobjekts eine Restschuld zurück, kann er die hierfür anfallenden Schuldzinsen mitunter weiterhin als (nachträgliche) Werbungskosten abziehen. Das BMF hat die Abzugsvoraussetzungen nun näher dargestellt.

Muss ein Vermieter nach dem Verkauf eines Mietobjekts weiterhin ein „stehengebliebenes“ Darlehen bedienen, mit dem er ursprünglich die Anschaffungskosten oder Erhaltungsaufwendungen der veräußerten Immobilie finanziert hat, können die fortlaufenden Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten bei den Vermietungseinkünften absetzbar sein.

Darstellung der neueren BFH-Rechtsprechung

In der jüngeren Vergangenheit hat der BFH in mehreren Entscheidungen herausgearbeitet, in welchen Fällen ein nachträglicher Schuldzinsenabzug bei den Vermietungseinkünften möglich ist:

Einzelheiten nachzulesen bei http://www.haufe.de/steuern/finanzverwaltung/Schuldzinsen-als-nachtraegliche-Werbungskosten-bei-Vermietungseinkuenften_164_314882.html?ecmId=17298&ecmUid=2969673&chorid=00511434&newsletter=news%2FPortal-Newsletter%2FSteuern%2F53%2F00511434%2F2015-08-11%2FTop-News-Schuldzinsen-als-nachtraegliche-Werbungskosten-bei-Vermietungseinkuenften Stand: 11.08.2015

Die auf den ersten Blick unübersichtliche Literatur zum Steuerrecht und insbesondere zum Immobilienrecht ist nicht wirklich solch ein Hexenwerk, wie es die zahlreichen Publikationen und Hinweise der einschlägigen Beratungsberufe erwarten lassen. Diese Branche lebt von der Verunsicherung und bisweilen dem Unvermögen jener Personen, die sich ohne hinreichende Vorbereitung und Qualifikation auf dem Vermögensmarkt sei es als Vermieter oder Immobilienkaufmann/ -frau betätigen wollen. Dies spiegelt sich leider nur allzu oft in den bisweilen abenteurlich anmutenden Fragen an die Finanzverwaltung und Justiz nebst dem BMF wieder. Angesichts der Fragen nach Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit in einer globalisierten Welt stellt sich die Frage, ob der staatliche Service Finanzgerichtsbarkeit für diese sich doch ständig wiederholenden gleichen Fragestellungen noch in die moderne Zeit passt. Das Vorhalten von Gerichten, die Ausbildung von wirklich befähigten Richtern und Juristen, die eine geordnete Rechtspflege in diesem Bereich garantieren, stellt einen volkswirtschaftlichen Kostenfaktor dar, der nicht unbedingt sein muß. Eine wesentlich einfachere Bewältigung der Thematik ließe sich durch die Zulassungsbeschränkungen für Vermieter wie auch Mitarbeiter in der Immobilienbranche lösen. Die Eigentumsrechte sind dadurch weder angetastet, noch ist ersichtlich, dass es überhaupt ein Grundrecht gibt die Tätigkeiten in dieser Branche ausüben zu dürfen bzw. müssen. Zahlreiche Streitigkeiten aufgrund von unqualifizierten oder auch überforderten Personen in diesem Bereich ließen sich ebenso vermeiden, wie auch die Skandale im Gehaue und Stechen um die Profite aus Immobiliengeschäften. So sind sicherlich nicht alle Vermieter notgeile Despoten, die sich an Mietinteressenten neben finanziellen Vorteilen auch höchstpersönliche Dienstleistungen gewähren lassen, sondern eben auch bisweilen anderweitig erfolgreiche Personen, wie beispielsweise der Augenarzt Uthoff mit den Verstrickungen vielfältigster Art. Der volkswirtschaftliche Schaden besteht letztlich in der Vielzahl von Personen, die zwar am Wirtschaftsleben teilnehmen und sich so gut es möglich ist, korrekt verhalten, jedoch durch Spekulationsblasen und Schiebereien so massiv zu Schaden kommen, dass ihre weitere wirtschaftliche Erwerbstätigkeit ausfällt. Eine Notwendigkeit die Teilnahme am Wirtschaftleben auf derartige Frustrationen orientieren zu lassen ist weder ersichtlich noch aus anderen Gründen für die Volkswirtschaft von Vorteil. Selbst die betriebswirtschaftliche Betrachtung von Schäden als Anlass für neue wirtschaftliche Betätigungen bietet sich nicht als Rechtfertigung zu solchen Querulatorischen Wirtschaftszyklen an. Vielmehr werden damit Volkswirtschaftliche Resourcen unnütz verschlissen, ohne dass auch nur annähernd ein wirtschaftlicher Nutzen für den Staat aus dem Service für diese Branche wirklich erwächst.

Das Schweigen in Politik, Wirtschaft und den Geisteswissenschaften zu dieser Fragestellung kann angesichts knapperer Handlungsspielräume in der globalisierten Welt nicht mehr hingenommen werden. Es bräuchte auch in diesem Bereich echte Initiativen in Politik und Wirtschaft statt des in versteckten Kopfes in der Immobilienblase hoffend es werde die anderen erwischen.

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