Die Minenratten von Tansania – Ratten im Dienste des Menschen

Mosambik ist das erste Land, in dem 2003 das Programm zu Minenräumung mit Ratten zum Einsatz kam.

In ganz Afrika gibt es noch ca. 20 Millionen Minen und allein 500 Tausend davon in Mosambik, eine Folge des Bürgerkrieges.

Es begann 1975 als Mosambik seine Unabhängigkeit von seiner ehemaligen Kolonialmacht  Portugal erlangte. Eine maxistisch-leninstische Bewegung übernahm zunächst die Macht. Aber die Militärs haben gemeutert und eine Rebellenbewegung ins Leben gerufen. In den darauf stattfindenden Kämpfen starben bis 1992 über 1 Millionen Menschen.  Tausende überlebten als Kriegsinvaliden.

2 Millionen Männer, Frauen und Kinder wurden vertrieben. Um viele Dörfer verteilt, Verteidigungsbarrieren aus Minen.

http://www.arte.tv/guide/de/038894-000/360-geo-reportage?autoplay=1#details-description

Zum mosambikanischen Bürgerkrieg:

Quelle: https://de.wikipedia.org

 

Die Ottawa-Konvention:

Ein Übereinkommen über das Verbot des Einsatzes, der Lagerung, der Herstellung und der Weitergabe von Antipersonenminen und über deren Vernichtung

Der Vertrag verbietet Einsatz, Produktion, Lagerung und Weitergabe dieser Waffen. Die Konvention schreibt die Vernichtung von Lagerbeständen innerhalb von vier Jahren, die Räumung minenverseuchter Gebiete innerhalb von zehn Jahren sowie die Bereitstellung finanzieller Mittel für die Minenopferhilfe vor. Die von Minen nicht betroffenen Staaten sind verpflichtet, den minenverseuchten Staaten bei der Minenräumung zu helfen.

Die Konvention bildet im Gegensatz zu früheren internationalen Regelungen, darunter die Konvention über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen (UN-Waffenkonvention) und das Protokoll über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen in der Fassung vom 3. Mai 1996, ein umfassendes Verbot für alle Arten von Anti-Personenminen.

Die Ottawa-Konvention benötigte 40 Ratifizierungen, um in internationales Recht umgesetzt werden zu können. Burkina Faso unterzeichnete den Vertrag als 40. Mitglied am 16. September 1998. Gemäß den Bestimmungen trat der Vertrag sechs Monate nach Hinterlegung der 40. Ratifikationsurkunde beim Depositar (Generalsekretär der Vereinten Nationen in New York) in Kraft. Er wurde damit für die Vertragsmitglieder am 1. März 1999 gültig.

Bis Dezember 2011 wurde die Konvention von 159 Staaten ratifiziert. Unter den rund 36 Staaten, die zu diesem Zeitpunkt nicht beigetreten waren, befinden sich unter anderem Ägypten, China, Indien, Iran, Israel, Pakistan, Russland, Syrien, Saudi-Arabien und die USA. Zuletzt unterzeichnete das letzte fehlende Mitgliedsland der EU, Finnland. In Polen wurde sie zwar schon 1997 unterzeichnet, aber erst im Dezember 2012 ratifiziert.

Deutschland ratifizierte am 23. Juli 1998 (BGBl. 1998, Teil II, S..778-794) die Konvention, die sofort in Kraft trat. Die Bundeswehr hat als eine der ersten Armeen bereits vor Inkrafttreten der Konvention ihre Bestände an Antipersonenminen im Wert von ca. 1,7 Millionen DM bis 1997 vernichtet. Dabei entstanden Kosten von 4,2 Millionen DM.

Quelle: https://de.wikipedia.org

Die Unterzeichnerkarte des Ottawa-Abkommens:

Quelle: http://www.icbl.org

 

Auch ein Krieg ohne Ende, ohne Kämpfer, ohne Konflikt. Stattdessen mit unsichtbaren Waffen, die den Boden in eine lebensbedrohliche Falle verwandeln.

 

 

2 Gedanken zu „Die Minenratten von Tansania – Ratten im Dienste des Menschen

  • Panthera
    20. Oktober 2015 um 13:49
    Permalink

    Ich möchte nicht wissen wieviele von Dingern in Afghanistan liegen, und die aus Europäischer und US Amrikanischen Waffenfabriken stammen.
    Krieg ist gut fürs Geschäft, freut sich der Teufel

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    • Camilla
      20. Oktober 2015 um 16:16
      Permalink

      Ja, diese teuflisch tödlichen Altlasten gibt es auf vielen Teilen der Erde. Der
      Cluster Munition Monitor 2015 der Organisation „Landmine and Cluster Munition Monitor“ dokumentiert dies.

      http://www.the-monitor.org/en-gb/reports/2015/cluster-munition-monitor-2015.aspx

      Die genaue Zahl verlegter Minen kennt wohl niemand. Vor dem Verbot von Antipersonenminen schätzten die Vereinten Nationen, dass etwa 110 Millionen Landminen in über 70 Ländern der Erde verlegt worden sind!

      Die absolute Zahl verlegter Landminen ist jedoch für die Beurteilung des eigentlichen Problems von geringer Bedeutung. Dazu das Onlineportal landmine.de: „Ein vermintes Reisfeld bleibt ungeachtet der Tatsache, ob darin eine oder zehn Minen verlegt sind, ungenutzt und steht den Menschen zur Bewirtschaftung nicht zur Verfügung.“

      http://www.landmine.de/

      Antwort

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