Erst Europa, dann die Welt – Das neue deutsche Großmachtstreben und die Medien

Veröffentlicht auf  www.hintergrund.de, Matthias Rude, 9. November 2015, Quelle Beitragsbild: www.hintergrund.de

Neue Macht, neue Verantwortung

Die neuen außenpolitischen Grundsätze der Bundesrepublik, über die Bittner geschrieben hatte, drehen sich, um es mit den Worten des Bundespräsidenten zu sagen, um „die Rolle Deutschlands in der Welt“; vor allem geht es, so Gauck, darum, „uns zusammen mit unseren Verbündeten auch militärisch zu engagieren“… Um die Stimmung in der Bevölkerung in ihrem Sinne zu beeinflussen, versucht sie, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen, wobei Journalisten als wichtige Meinungsmultiplikatoren eingebunden werden.

Zwei der Netzwerke, die dieser Aufgabe nachgehen, sind die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und der German Marshall Fund of the United States (GMF). Als eine gemeinsame Initiative führten sie zwischen November 2012 und September 2013 ein Projekt namens „Elemente einer außenpolitischen Strategie für Deutschland“ durch.

Interessant die Projektteilnehmer! 
„Neue Macht – Neue Verantwortung. Elemente einer deutschen Außen- und Sicherheitspolitik für eine Welt im Umbruch, Stiftung Wissenschaft und Politik, German Marshall Fund of the United States, September 2013: http://www.swp-berlin.org

Laut dem Papier geht man davon aus, dass die Vereinigten Staaten aufgrund reduzierter eigener Ressourcen nur noch bedingt gewillt seien, die internationale Ordnung als globaler Hegemon zu garantieren; die Europäische Union, die noch immer mit der Finanzkrise und ihren Folgen kämpfe, erscheine zu einer vergleichbaren Rolle derzeit weder gewillt noch imstande. Auf globaler Ebene sei so ein „Führungsvakuum“ entstanden – das durch Deutschland, das heute schließlich „mehr Macht und Einfluss als jedes demokratische Deutschland vor ihm“ habe, ausgefüllt werden solle. Das alles müsse der deutschen Öffentlichkeit besser vermittelt werden, wozu von staatlicher Seite, aber auch bei Universitäten, Forschungseinrichtungen, Stiftungen und so weiter, eine entsprechende „Denklandschaft“ geschaffen werden soll. …

Unmittelbar nach Abschluss des Projekts wurde damit begonnen, dem gemeinen Volk den Elitenkonsens Schritt für Schritt näherzubringen. . .

Quelle:  www.hintergrund.de

 

Sehr interessanter Beitrag über den Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten.

Empfehlenswert auch das SWP-Papier zu lesen. Insbesondere die Ausführungen zu Deutschlands strategische Beziehungen, Papier ab Seite 31.

Ein Gedanke zu „Erst Europa, dann die Welt – Das neue deutsche Großmachtstreben und die Medien

  • 15. November 2015 um 11:01
    Permalink

    Diesen Beitrag empfiehlt sich unbedingt zu lesen.
    Die Fragen, „Wer bei diesen Sprüngen noch nach kommen kann“, wie auch
    „Warum der Dornröschenschlaf während der Kohl-Ära so schädlich war“
    erklären auch das gegenwärtige Chaos.

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