EU behindert Schulden-Plan von Griechenland

Die Vorschläge Athens zur Entschuldung des Landes lauten wie folgt:
Erstens: Die Griechenland-„Aktie“
Aus den Krediten der Euroländer sollen neue Anleihen macht werden – die Zinszahlungen sollen an das Wirtschaftswachstum des Landes gekoppelt werden. Das würde bedeuten: Wächst die griechische Wirtschaft schneller, zahlt das Land mehr Zinsen. Wächst sie langsamer, zahlt es weniger. Die Gläubiger Griechenlands würden dadurch quasi zu Aktionären – geht es dem „Unternehmen“ Griechenland gut, bekämen sie viel Dividende (Zinsen) ausgeschüttet. Geht es Griechenland schlecht, würde die Dividende notfalls gestrichen.
Zweitens: Die Anleihe ohne Rückzahlung
Aus den griechischen Schuldtiteln, die in der Bilanz der europäischen Zentralbank stehen, sollen sogenannte ewige Anleihen gemacht werden. Das ist keine neue Erfindung. Die Geschichte dieser Wertpapierart beginnt mit britischen Staatspapieren im Jahre 1752. Die Besonderheit dieser Titel besteht darin, dass sie nie auslaufen und deswegen nie getilgt werden müssen, der Emittent aber für immer regelmäßig Zinsen zahlt.
Drittens: Mehr Geld für den Staat
Die Hoffnung: Wenn das Land weniger Zinsen zahlen muss, ist mehr für den Staat übrig. Dies wiederum gibt ihm mehr Spielraum Arbeitsplätze zu schaffen, die Wirtschaft zu beleben und somit mehr Einnahmen zu generieren.
Soweit so gut, doch es gibt ja noch die EZB, die damit nicht einverstanden ist…

Griechenland: EZB durchkreuzt Schuldenpläne
Die Europäische Zentralbank will offenbar einen wichtigen Baustein des griechischen Plans zur Lösung des Schuldenproblems nicht genehmigen: die Ausgabe weiterer T-Bills . Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras bietet nun ein weiteres Tauschgeschäft an: Anteile an griechischen Banken gegen Kredite. Warum die EZB sich den Vorschlägen aus Griechenland sträubt scheint mir fraglich, da die EZB so keine Werte verlieren würde und ist somit wahrscheinlich politisch motiviert.
Quellen:
Griechenland: EZB durchkreuzt Tsipras‘ Schuldenpläne
Der Schulden-Masterplan aus Athen

0 Gedanken zu „EU behindert Schulden-Plan von Griechenland

  • 4. Februar 2015 um 12:41
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    Die EZB hat sich alle Mühe gegeben, den Euro zu demontieren. Nun also will man diesem Erfolgserlebnis ein weiteres hinzufügen? Oder will man auf diesem kalten Wege Griechenland doch noch zur Aufgabe des Euro zwingen? Schäbig und widerlich fällt mir dabei ein – sonst nichts!

    Die Aufgabe des Tages ist den Griechen eine Lösung zu bieten. Das geht aus den Aussagen des US Präsidenten klar hervor. Er will keinen zusätzlichen Arger in Europa. In Deutschland hat man das kapiert, die Franzosen und Briten sind tanzen voll in der Reihe und die EZB sollte schnell einen Ausweg aus diesem unangenehme Reglement finden, damit man dieses leide Kapitel endlich mit ehren begraben kann. Sr Draghi, everything is subject to interpretation. Besonders in der Welt der Hochfinanz.
    Mit seine unsäglichen Bemerkungen gießt der amerikanische Schuldenkönig nu noch Öl ins Feuer! Aber das passt schon, Teile und Herrsche…. Gilt übrigens auch für das Thema Ukraine!

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