Experten schlagen Alarm, antibiotika-resistente Keime in Bächen, Flüssen und Badeseen

In Deutschlands Bächen und Badeseen und auch in den Flüssen und somit im Fisch, finden sich hohe Konzentrationen von Antibiotika-resistenten Keimen. Das geht aus einer Studie des Robert Koch-Institutes hervor, die der NDR beauftragt hatte. Dr. Tim Eckmanns vom Institut sagte dazu dass diese Konzentration wirklich alarmierend sei und auch Thomas Berendonk von der Technischen Universität Dresden macht sich Sorgen. Denn Menschen welche mit diesem Keim belastet sind, können deswegen nicht vernünftig behandelt werden. Auch ältere und Neugeborene schweben deshalb in Gefahr.

Könnte dieses eine Ursache in der Landwirtschaft haben, wo bekanntermaßen Antibiotika vermehrt bei der Mast eingesetzt werden, oder eben auch bei Hausärzten welche dieses Mittel teilweise wie die Tasse Kaffee am morgen einsetzen. Tatsächlich wurde in mehreren Proben aus einer Region mit intensiver Tierhaltung dieses gefährliche Gen nachgewiesen. Aus den Ställen heraus können beispielsweise diese Erreger über den Mist und die Gülle auf Felder und dadurch auch in die Umwelt gelangen. Ebenso werden diese Keime von Tiere wie Insekten, Vögel oder Hunde weiterverbreitet und so auch zum Menschen getragen.

Warum in aller Welt darf ein Reserveantibiotikum, das von lebenswichtiger Bedeutung für den Menschen ist, bitteschön in der Tierhaltung überhaupt verwendet werden, und dann noch dazu mit deutlich weniger Einschränkungen. Da bettelt man ja geradezu darum dass sich Resistenzen entwickeln.
Ein Reserveantibiotikum hat für nichts anderes als eben jene humanmedizinischen Notfälle eingesetzt zu werden, und nicht zur Gewinnmaximierung der Landwirtschaft.

Leider sehen viele Landesministerien derzeit keinen Handlungsbedarf, wie Beispielweise in Niedersachsen. hier heißt es, dass eine Untersuchung von Badeseen oder anderen Gewässern auf Antibiotika-resistente Keime bislang nicht als erforderlich angesehen wird. Mehrere tausend Tote pro Jahr in Deutschland reichen anscheinend nicht aus um aktiv zu werden. Es scheint als wäre noch niemand aus den Regierungen, bzw. deren Angehörige betroffen gewesen.

Diese Studie bezieht sich ausschließlich auf Niedersachsen, wie es in anderen Bundesländern ist, kann nicht gesagt werden, da auch hier das Thema nicht auf der Tagesordnung steht. Also machen wir weiter wie bisher, volle Fahrt voraus mit Kurs auf das Riff!

https://home.1und1.de/magazine/panorama/antibiotika-resistente-keime-gewaessern-experten-besorgt-32786204

https://meta.tagesschau.de/id/131278/gefaehrliche-keime-in-gewaessern-entdeckt

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjwiomm65DZAhWBORQKHRogAp4QqUMINjAB&url=https%3A%2F%2Fwww.ndr.de%2Fnachrichten%2Fniedersachsen%2FGefaehrliche-Keime-in-Baechen-Fluessen-und-Seen%2Ckeime302.html&usg=AOvVaw0KgFvGXkf5Wni7M8sg5LcQ

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Fragen-und-Antworten-zu-Keim-Funden-in-Gewaessern,keime304.html

Ein Gedanke zu „Experten schlagen Alarm, antibiotika-resistente Keime in Bächen, Flüssen und Badeseen

  • Netti
    7. Februar 2018 um 12:17
    Permalink

    „Bakterien, die solch ein Gen in sich tragen, sind resistent gegen das besonders wichtige Reserve-Antibiotikum Colistin. Das Notfallmedikament wird nur in lebensbedrohlichen Situationen eingesetzt, wenn alle anderen Antibiotika versagen.
    Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass das Resistenzgen aus der Tierhaltung stammt, denn dort wird Colistin im Gegensatz zur Humanmedizin auch in größeren Mengen eingesetzt.“
    Unglaublich. Eine solches Mass an Verantwortungslosigkeit macht mich sprachlos. Das wäre doch das erste, was man DRINGENDST ändern müsste. Das ist doch im wahrsten Sinne des Wortes eine Zeitbombe. Und natürlich, ist es absolut unverständlich wieso der Einsatz eines menschlichen * Reserve – Notfall Antibiotikums * in der Tiermedizin immer noch politisch nicht unterbunden wurde! Profitgier siegt mal wieder über gesunden Menschenverstand UND politischer Lobbyismus über den Schwur“ alles zum Wohle des Volkes“.

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