Fernsehquotenhit „Terror“ beim Ersten gestern um 20:15 Uhr und meine Grübelei

Ich hatte beim Sehen des „Quotenhits“ seltsame Gefühle. Von Vorbereitung der Militarisierung des öffentlichen Lebens über eventuelle Fragwürdigkeiten der rechtlichen Sichtung bis zu „Oh je, mit was für einem billigen Scheiß macht Das Erste jetzt auf Quote?!“

Mindestens mein Rechtsgefühl hat mich scheinbar nicht verlassen.

Der Artikel von Thomas Fischer, Bundesrichter in Karlsruhe, ist da natürlich weit besser bewandert. Seine wirklich lesenswerte Kolumne bei Zeit online!

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-10/ard-fernsehen-terror-ferdinand-von-schirach-fischer-im-recht

 

 

4 Gedanken zu „Fernsehquotenhit „Terror“ beim Ersten gestern um 20:15 Uhr und meine Grübelei

  • lausebengel
    18. Oktober 2016 um 20:24
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    Ja, Charlie. Ich glaube auch das dies ein Lehrstück ist wie man wieder ein “ gesundes Volksempfinden “ an Stelle geltenden Rechts setzen kann. Und später kann man sich dann ja auch wieder auf den
    “ Befehlsnotstand “ berufen. Ich frage mich aber auch ob der Herr Ferdinand von Schirach eventuell mit dem Baldur von Schirach verwandt ist…..

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  • Pragmatiker
    18. Oktober 2016 um 21:04
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    Lauser – eben jener Ferdinand ist der Enkel vom Baldur…
    Aus meiner Sicht geht es wohl nicht nur um den „Befehlsnotstand“ sondern um weitaus mehr – ich denke da zum Beispiel an das Aufweichen des Grundgesetzes, den Einsatz der Bundeswehr im Inneren, an das Heraufbeschwören der Terrorgefahr, den Freibrief für jedwede militärische Handlung usw.
    Ich stelle mir die Frage was uns mehr bedroht …

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  • Netti
    19. Oktober 2016 um 10:17
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    Zweifelsfrei bekam jeder der bei klarem Verstand ist bei dem inszenierten Theater um einen Terroranschlag Bauchschmerzen und siehe was Freitag ansteht, Legalisierung illegaler Überwachung BND! Na wenn das kein Zufall ist… Empfehle mal dort zu lesen: https://www.tagesschau.de/inland/terror-129.html …“Er sagt damit, dass er als Minister bewusst ohne gesetzliche Grundlage beziehungsweise auf einer verfassungswidrigen Grundlage handeln würde.“…“ Da könnte der ein oder andere vielleicht schnell mal denken: Ja, wenn ein Minister sich nicht an Urteile hält, wieso soll ich das dann tun?“…
    Ich habe auf schuldig plädiert, denn die Lage ist klar: 164 sichere Tote gegen viele mögliche (aber keinesfalls sichere) Tote und darüberhinaus noch Menschenwürde, körperliche Unversehrtheit, etc. als zentrale Grundrechte. Einen übergesetzlichen Notstand gibt es übrigens nicht. Der entschuldigende Notstand (§35 StGB) greift nicht, siehe dessen Abs. 1. Aber ich wollte eigentlich auf was anderes raus: Genau dieser moralische Notstand wurde bei Oberst Klein in Afghanistan angeführt. Damals war die Empörung groß. Jetzt wird von den Zuschauern auf Freispruch entschieden. Wäre interessant, ob in diesem Fall das Urteil genauso ausgefallen wäre.

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