Film über das Leben im Donbass: Die Partitur des Krieges – Leben zwischen den Fronten

„Die Partitur des Krieges“ RBB 13.07.16 von 00:00 – 01:30 Uhr
Diese Artikel beschäftigen sich mit dem Film, seiner sehr schlechter Sendezeit und seiner leider nur einmaligen Ausstrahlung, sowie der Beweis das kein Kino in Deutschland ihn bis jetzt in sein Programm aufgenommen: https://www.jungewelt.de/2016/07-12/048.php
 schrieb über den Film folgendes:

„Ich habe viele Leute kennengelernt, die nach Donezk kamen und und ein völlig anderes Bild von den Vorgängen hatten, als sie wieder gingen.Das Film-Team um Tom Franke und Mark Chaet macht da eigentlich keine Ausnahme. Aber etwas ist anders – die Jungs kommen prinzipiell aus der Mainstream-Ecke. Ihre Filme und Reportagen laufen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und sie sind jenseits jeglicher pro-russischer Propaganda. Sie waren massiv verunsichert, was sie in der ‚Terroristenhochburg Donezk, wo Banditen herrschen‘ erwarten würde. Das „transatlantische“ Bild und der westliche Narrativ über den „furchtbaren, pro-russisch-separatistisch-terroristischen Donbass“ wirkte.

Aber sie sind mit offenen Augen durch die Republik gegangen. Und sie haben GESEHEN und gespürt. Und sie haben einen Film gemacht, der das transportiert.

Bemerkenswert ist, dass die Weltpremiere am 20. Mai 2016 in Donezk selbst stattfindet und umrahmt wird von der Aufführung einer eigens dafür und für die Stadt und die Menschen von Mark Chaet komponierten Sinfonie in der Donezker Philharmonie – UND der Film im deutschen und russischen Fernsehen laufen wird.

Es war uns eine Freude, das Team kennengelernt zu haben und ihnen bei der Produktion der russischen Version helfen zu können.“

D E R FILM
„Mark Chaet lebt seit ca. 20 Jahren in Berlin. Geboren wurde er in der Ostukraine, in Kramatorsk, eine Industriestadt auf ukrainischer Seite des Konfliktgebietes. Auf der anderen Seite, in Donezk, studierte Mark Chaet am Konservatorium die Geige. Im Angesicht des Krieges kehrt er im April 2015 erstmals in seine Heimat zurück, erfährt im Gespräch mit Freunden und Kollegen menschliche, politische und kulturelle Wirklichkeiten. Eine Reise ins Zentrum des Krieges. Eine Reise an die Grenzen westlicher Klischees und medialer Realität. Eine Reise ins Innere der eigenen Vergangenheit und menschlicher Würde.“

T O M FRANKE über den Film:
„Als wir vor ziemlich genau einem Jahr die Ostukraine verließen, wussten wir nicht genau, wie wir mit den vielen Eindrücken, den emotionalen Begegnungen, den Ver- und Zerstörungen im Inneren und Äußeren und nicht zuletzt mit dem vielen Filmmaterial umgehen werden. Ein Jahr verging wie im Fluge und unsere Reise dauert bis heute an. Nachdem wir die letzten Feinheiten an unserem Film umgesetzt haben, werden wir nächste Woche erneut nach Donezk reisen, um unseren Film vor Ort zu präsentieren.

Bis heute ist die Region rund um Donezk nicht befriedet. Die Ressentiments sitzen wohl zu tief, als dass sich eine baldige Einigung der Konfliktparteien erzielen ließe.

Unser Film versucht einen „neutralen“ Blick in den Alltag der ganz normalen Menschen, in deren soziales, politisches und vorallem kulturelles Leben. Unsere Gesprächspartner reagierten auf uns und unsere Fragen oft sehr emotional. So war und ist unser Film keine didaktisch-journalistische Analyse des Konfliktes in der Ostukraine und schon gar nicht mit der EINEN Antwort ausgestattet. Im Angesicht der bewegenden Bilder und Gespräche war für uns bei der Montage Zurückhaltung das Gebot der Stunde. Zumal ultimative Antworten oft ins polemisch-propagandische abzugleiten drohen. Fragen hingegen versuchen eine Annäherung.“

http://www.die-partitur-des-krieges.de

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