Grippeschutz in der Zweiklassenmedizin

Jedes Jahr versucht man mittels Grippeschutzimpfung gegen die Zeit zu operieren – wie es scheint greift man allzu oft daneben wenn es um wirksame Impfstoffe gegen die gerade aktuell anstehende Influenza geht – und nun kommt es knüppeldick:

Der Dreifach-Grippeimpfstoff wirkt bei mehr als der Hälfte aller Grippefälle nicht

Die aktuelle Grippe-Impfung, die momentan vom Arzt verabreicht wird, reicht laut Robert-Koch-Institut nicht mehr aus, um Schutz gegen die hartnäckigen Viren zu bieten.

„Mehr als die Hälfte der bisher nachgewiesenen Influenza-Fälle wurde durch Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie verursacht, die nicht in dem Dreierimpfstoff enthalten sind.“ Der Vierfachimpfstoff dagegen kann gegen den Influenza B-Virus schützen.

https://rtlnext.rtl.de/cms/grippewelle-robert-koch-institut-raet-jetzt-zur-vierfach-grippeimpfung-4139464.html

Grippe: Rabatt-Impfstoffe waren immer nur dreifach

Bis zum Inkrafttreten des Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetzes (AMVSG) hatten die Krankenkassen exklusive Rabattverträge über Grippe-Impfstoffe geschlossen. Diese umfassten allerdings ausschließlich trivalente Influenza-Vakzine. Für die impfwilligen gesetzlich Versicherten hatte sich somit die Frage – tri- oder tetravalente Impfung – erledigt. Die Krankenkassen erstatteten lediglich die rabattierten Dreifach-Grippeimpfstoffe. Und auch jetzt sind Ärzte angehalten, im Regelfall weiter rabattierte und somit trivalente Impfstoffe zu verwenden. Andernfalls haben sie Regresse zu befürchten.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/10/17/vierfach-impfung-gegen-grippe-aendert-die-stiko-ihre-empfehlung

Die Krankenkassen interessieren sich anscheinend nicht um Gesunderhaltung sondern nur um möglichst günstige Kosten. Nur wirklich begründbare Fälle werden von den Krankenkassen soweit akzeptiert so das auch die Mehrkosten übernommen werden – alle anderen müssten zuzahlen:

Allerdings forderten einige Patienten die Verordnung des tetravalenten Impfstoffes ein. Gehörten sie keiner Risikogruppe an, sollten Ärzte diese den Patienten auf Privatrezept verordnen, rät die KV. Der Patient muss dann die ärztliche Impfleistung und den Impfstoff aus eigener Tasche bezahlen.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/80575/Tetravalente-Grippe-Impfstoffe-im-Regelfall-keine-Kassenleistung

Soziale Verantwortung ist etwas anderes – insbesondere wenn man die Details aus dem

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477) § 20d Nationale Präventionsstrategie

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__20d.html aufmerksam liest. Dabei ist es wohl auch so das für eine Dreifachimpfung die Kassen nur 5 € zahlen müssen – für eine Vierfachimpfung dürften die Kosten etwas höher liegen – die zusätzliche Impfung (sofern sie der Kassenpatient denn auf eigen Kosten übernehmen will) liegt so bei 25 €. Es gibt aber auch Krankenkassen die die kompletten Kosten von sich aus übernehmen.

Für Privatpatienten stellt sich diese Kostenfrage natürlich nicht…

Und auch gerade deshalb brauchen wir die Bürgerversicherung dringend – siehe den Beitrag von Stern21:

http://humanistenteam.info/meinungsmache-um-die-buergerversicherung-paritaetische-finanzierung-der-beitraege-zur-krankenversicherung/

 

 

 

 

Ein Gedanke zu „Grippeschutz in der Zweiklassenmedizin

  • Netti
    19. Januar 2018 um 11:41
    Permalink

    Ist aber irgendwie passend zur aktuellen Diskussion über die Parität, dass gerade an so etwas simplen wie der Grippeschutzimpfung sich die Ungleichbehandlung in dieser jetzigen Zweiklassenmedizin bestens aufzeigt. Vor allem wie frustrierend für die Menschen! Trotz Impfung nun ohne Schutz zu sein, obwohl sie sich haben impfen lassen und nun zu erfahren, dass sie „nur“ weil sie Kassenpatienten sind genau den Impfschutz gegen die B Vieren nicht haben den sie aktuell bräuchten.

    Antwort

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