Holocaust-Forscher Saul Friedländer "Die Naivität der Opfer war ein Schock"

Der 1932 geborene Saul Friedländer wurde für seine Studie „Das Dritte Reich und die Juden“ 2007 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er unterrichtet Geschichte an den Universitäten von Tel Aviv und Los Angeles. (Foto: Getty Images)

Holocaust-Forscher Saul Friedländer „Die Naivität der Opfer war ein Schock“
Er ist Jude und Holocaust-Forscher: Ein Gespräch mit dem Historiker Saul Friedländer über „Das Amt“, die katholische Kirche und emotionale Wissenschaft.

 

SZ: Alle Welt wirkt erstaunt, dass der Staatssekretär Ernst von Weizsäcker, der Vater des späteren Bundespräsidenten, 1942 auf Wunsch Adolf Eichmanns die Deportation von 6000 Juden aus Frankreich nach Auschwitz abgezeichnet hat.

SZ: Weizsäcker änderte das Schriftstück noch, in dem er dem Abtransport der Juden seinen Segen gab. Das Außenministerium habe „keine Bedenken“ hieß es erst. Weizsäcker machte daraus „keine Einwände“, also keine Einwände gegen die Deportation nach Auschwitz.

Friedländer: Es ist unbegreiflich, wie sich die Behauptung so lange halten konnte, das Auswärtige Amt sei ein Hort des Widerstandes gewesen. ….

http://www.sueddeutsche.de/politik/holocaust-forscher-saul-friedlaender-die-naivitaet-der-opfer-war-fuer-mich-ein-schock-1.1044186

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