persönliche Erlebnisse auf der Demo "Kein Frieden mit der Nato"

Lautstark, aber friedlich: Demonstration gegen die Münchner Sicherheitskonferenz.  Bild: Pascal Beucker

photo by Antiimperialistische Aktion

Der gestrige Tag barg für mich einige Überraschungen. Ich hätte nie erwartet so vielen Westukrainern

auf dieser Demo zu begegnen und im Angesicht der sowjetischen Fahne aus dem Munde des einen Mannes aus Kiew zu hören „wie schön sie endlich wieder zu sehen“. Irgendwie hatte ich vorher immer das Bild durch die Medien im Kopf: hier die einen (Osten), da die anderen (Westen). In München aber versammelten sich hinter dieser Fahne im Laufe der Demonstration so viele Westukrainer, Russen, Polen, Ungarn, Tschechen usw. das mir genau das durch den Kopf ging was Stunden später als Aussage von Steinmeier über diesen Ticker lief  http://www.merkur-online.de/politik/steinmeier-warnt-neuer-spaltung-europas-zr-4713288.html

Ich denke niemand von uns kann ermessen welch Einigkeit die Hilfe der westlichen Welt einer Regierung von Faschisten in sich birgt und unterstützt dann im Osten hervorruft!

Nie hätte ich erwartet das eine Kiewerin neben einer Moskauerin geht und sie sich einig darüber dass Gorbatschow endlich der Prozess gemacht gehört weil er gegen ihrer aller Willen in der Volksabstimmung Anfang der 90er Jahre ihr Land zerteilt hat. Und ich fasste nicht in solch Einigkeit zu hören das Gorbatschow damals ein von der CIA  bezahlter Mann gewesen sei. Das kann ich auch heute noch nicht glauben aber siehe auch die Doku Netti, dort sprach ja die CIA davon das sie wussten er sei schwach und sie hätten nur diese kurze Zeitspanne um ihre Ziele zur deutschen Einheit durchzusetzen und das Bush und Kohl diese beschlossen hätten. Der einigende Hass der Osteuropäer dort auf Gorbatschow war für mich sehr überraschend in dieser Vehemenz.

Sehr berührt hat mich die Aussage eines Mannes aus Lwiw (Lemberg) der das sagte es würde Zeit das wir alle zusammen diesen Faschisten einheizen müssten. Noch überraschender aber auch sehr berührend wie sie alle zusammen mehrmals das Lied vom heiligen Krieg anstimmten und sogar die russische Nationalhymne. Ich hätte nie erwartet einen Mann aus Kiew die Donbass Fahne tragen zu sehen, einen anderen Kiewer die Fahne der „Antiimerialistischen Aktion“ und so weiter.

Sie berichteten von der seit Monaten anhaltenden Fluchtwelle aus der Westukraine, die mir dann eine Polin auch bestätigte, denn nach Polen müssen neben Russland sehr viele geflohen sein. Für mich auch sehr überrschend ihre Ausführungen und Beispiele/Fakten wie sich Polen entzweit. Einerseits eine Regierung die sich der Nato anbiedert und andererseits eine Mehrheit der polnischen Menschen die absolut dagegen stehen. Ich erfuhr auch zum ersten Mal das es in Polen große Proteste (auch im Internet) gab das Herr Gauck in Auschwitz sprechen sollte und dies dann auch tat.

Niemals hätte ich damit gerechnet das in den Ostländern jeder weiß das er der Sohn eines verurteilten Kriegsverbrechers ist (die dortige Presse macht daraus keinen Hehl) und das er so freundlich den „Faschisten“ Jatsenjuk aus Kiew (dortige Zeitungen bringen im Gegensatz zu hiesigen sehr oft seine Hitler Gruß Bilder vom Maidan) hier begrüßte auch ein „Faschistenfreund“der lügt wenn er gegen Faschismus redet. Mal ganz davon abgesehen was ich so an offenen Worten zu Politikern unserer obersten Führungsetage zu hören bekam, die ich sicher hier nicht schriftlich wieder geben werde. Seinen Teil kann sich jeder selber denken!

Leider habe ich selbst keinen Ostukrainer getroffen obwohl ich gerade denen ich gerne viele Fragen gestellt hätte aber gut die haben im Moment ganz andere Sorgen und können nicht mal eben so für eine Demonstration ins Flugzeug steigen. Außerdem waren all die Westukrainer Menschen die ihr Land in letzter Zeit verlassen hatten und nun hier in Deutschland wohnen.

Für mich war es ein absolutes super Erlebnis einen der Überlebenden des Massakers von Odessa ist zu treffen. „Odessa war Faschistenmord“ auch ein Ruf der immer wieder durch unsere Münchner Innenstadt hallte.  Auch um ihn herum standen die Westukrainer und Russen in Eintracht, ich konnte mich des Eindrucks einer unbegrenzten Zusammengehörigkeit nicht erwehren und irgendwie hatte ich mich dann gescheut diese Eintracht zu zerstören um ihn lange zu Odessa „auszuquetschen“.

https://www.youtube.com/watch?v=xKoIWQ9IC_U

Ich möchte noch etwas klar stellen: Es gibt da eine „Manuela“ im Netz die beim BR sowie RT und wer weiß wo noch schrieb : „…eine Friedensdemo war da eigentlich geplant und nicht eine Veranstaltung zur Unterstützung von Donbass-Militaristen, die ein Transparent mit Panzern, Soldaten und Kampfhubschraubern zeigen.“

http://www.rtdeutsch.com/11358/headline/live-protest-gegen-den-ukrainischen-praesidenten-poroshenko-in-muenchen/

Gerade das Bildnis Stalins hat mich auch im ersten Augenblick geschockt aber beim nachfragen wurde schon klarer wieso, warum. Denn Stalin ist ob es uns gefällt oder nicht ist ihr Symbol gegen den Faschismus! Und damit zweitrangig was er im eigenen Land für Verbrechen angestellt hat, für sie wiegen diese nicht das auf was unser Volk ihnen angetan hat und auch das müssen auch wir akzeptieren lernen, für sie ist das sonst eine Einmischung in innere Angelegenheiten wo wir uns anschauen sollten wie viele gute Deutsche durch Hitler und seine Banditen umgebracht wurden.  Nun also Symbol das schon einmal Antifaschismus einen ukrainischen Faschisten Namens Banderas Einhalt gebot und somit für sie ein Vergleich auch zur heutigen Zeit. Oder ich nenne es mal selber Mut machen. Mehr dazu im Artikel unten aber ich kann nur von gestern bezeugen es waren durchweg alles Westukrainer die sich mit den anderen hinter dem Transparent aufhielten

http://www.spiegel.de/einestages/stepan-bandera-umstrittener-ukrainischer-nationalist-a-958230.html

Also auch die Westukraine scheint mehr gespalten wenn man mit den Menschen von dort spricht.

Verwundert hat mich schon auch von den vielen Kiewern zu hören welch Quatsch zum Land Ukraine verfasst wird – Kiew z.B. war schon immer russisch und so gibt es halt diesen Willen wieder zu Russland zu gehören zu weil dies ihr Heimatland sei.

Seit gestern bin ich überzeugt das beste ist der ganze Westen raus dort und sie selber klären lassen was sie wollen oder aber wir erleben wenn der Westen sich durchsetzt mit seinem geopolitischen Willen einen zweiten Israel/Palästina Konflikt der immer Brandherd bleibt. Und auch eine geteilte Ukraine kann ich mir nun schlecht vorstellen, denn wenn dann alle Westukrainer die gegen Faschisten sind sich im Osten beheimaten bekommt Polen einen Nachbarn den es auch nie akzeptieren würde und wir eine braune Brutstätte die sich gewaschen hat. Wie dann unsere Politiker von uns Akzeptanz einfordern wollen was die weitere Unterstützung und auch die Steuergeldgeschenke betrifft, kann ich mir nicht vorstellen.

Ich denke nun werde ich auf meine alten Tage tatsächlich noch ein “Demonstrant” wenn man so viele tolle Erfahrungen machen kann bei solchen Veranstaltungen. :)

 Von:Fotos von Friedensdemo-Watchs Beitrag

und viele andere Fotos von der Demonstration gegen die Münchner Sicherheitskonferenz:

http://www.preiselbauer.de/2015/02/08/muenchen-7-februar-2015-viele-viele-demonstrationen-siko/

0 Gedanken zu „persönliche Erlebnisse auf der Demo "Kein Frieden mit der Nato"

  • Kaballah
    8. Februar 2015 um 20:06
    Permalink

    Insgesamt kam die Berichterstattung in den Medien zu dieser Demonstration einmal wieder viel zu kurz – deswegen Maria herzlichen Dank für deine Eindrücke dieser zutiefst bewegenden Veranstaltung! Ich denke mal dein Bericht wird vielen LeserInnen aufzeigen was in den Medien verschwiegen wird! Bewusst verschwiegen denn:

    Auf der sogenannten Sicherheitskonferenz (SIKO) geht es – entgegen der Selbstdarstellung der Veranstalter – weder um Sicherheit noch um Frieden auf dem Globus. Die SIKO ist eine Versammlung wirtschaftlicher, politischer und militärischer Machteliten vor allem aus den NATO- und EU-Staaten, die sich über Strategien zur Aufrechterhaltung ihrer globalen Vorherrschaft und über gemeinsame Militärinterventionen verständigen.
    https://www.dfg-vk.de/thematisches/kein_frieden_mit_der_nato/2015/991

    Kein Frieden mit der Nato

    Antwort
  • Gimi
    8. Februar 2015 um 20:08
    Permalink

    Ich finde es schon bezeichnet das die Medien zwar die Sicherheitskonferenz erwähnen aber die Demonstranten gänzlich nicht im Fokus haben. Das nennt man verfälschte Berichterstattung aber wundert mich auch absolut nicht. man versucht ein Bild zu schaffen worin die Bevölkerung konform geht mit dem was die Politik in der Ukraine verbrochen hat.

    Antwort

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