Petition: Kontaminierte Kabinenluft „Fume-Event-Sprechstunde“ muss erhalten bleiben!

Foto: By Change.org – https://www.change.org/en-GB/press, Public Domain

Wieso man die Wirtschaft nicht für Schäden an der Gesundheit der Menschen aufkommen lässt, die durch sie verursacht, dass versehen wohl nur unsere Lobby getreuen  Politiker!

http://www.arbeitsmedizin.med.uni-goettingen.de/de/content/leistungen/188.html

Kennen Sie das? Sie steigen aus dem Flugzeug in Vorfreude auf den Urlaub, fühlen sich aber benommen und haben grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit!? Möglicherweise sind Sie Opfer kontaminierter Kabinenluft geworden.

Wie man den Medien entnehmen kann, vergeht kaum ein Tag ohne Meldung über sogenannte „Geruchsvorfälle“ in Passagierflugzeugen. Wegen teils schwerer gesundheitlicher Probleme suchten danach allein 2016 viele hundert betroffene Crewmitglieder und Passagiere die Arbeits- und Umweltmedizinische Ambulanz der Universitätsmedizin Göttingen auf.
Seit Mitte 2016 gab es zeitgleich zu steigenden Patientenzahlen unerwarteten Personalengpass. Aktuell ist die „Fume Event“ Sprechstunde mit nur einer Oberärztin und deren Forschungsassistenz besetzt. Dadurch können die notwendigen Untersuchungen, Beratungen, Befundberichte sowie die Nachsorge ausschließlich für die bisher angenommenen Patienten garantiert werden, und dies auch nur mit langen Wartezeiten.
Mit Wirkung vom 19.12.2016 können aufgrund eines Ressourcenengpasses keine akut betroffenen Neuerkrankten behandelt werden. Dies hat zur Folge, dass Betroffene, neben Ihren möglichen Schädigungen durch „Fume Events“ und den daraus resultierenden gesundheitlichen Einschränkungen nun das Problem haben, keine erfahrene Anlaufstelle in ganz Deutschland zu haben!
Das Team um Privatdozentin Dr. Heutelbeck hat durch jahrelange Forschung auf dem Gebiet der möglichen Vergiftung durch Kabinenluft und deren krankheitsbedingten Folgen eine beispiellose Kompetenz erlangt. Eine nicht zeitnahe Versorgung von Vergiftungsopfern verschlimmert das Krankheitsbild und erhöht in gleicher Weise die Gefahr, die Existenz der Besatzungsmitglieder durch Fluguntauglichkeit und zusätzlich, wie bei betroffenen Passagieren, den Verlust der Arbeitsfähigkeit durch anhaltende bis chronische Schädigung des zentralen Nervensystems sowie einer schweren Reduktion der Lungenfunktion nach sich zu ziehen.
Bitte geben Sie mit Ihrer Unterschrift ausreichend Gewicht, den Erhalt der „Fume Event“ Sprechstunde in der Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizinischen Ambulanz der Universitätsmedizin Göttingen für die Zukunft zu sichern und zu erweitern!
Bitte tätigen Sie Ihre freundliche Spende an folgende Bankverbindung:
Universitätsmedizin Göttingen
IBAN: DE98 2605 0001 0000 0014 20
BIC: NOLADE21GOE
Verwendungszweck: FUME SPRECHSTUNDE
Sollten Sie eine Zuwendungsbestätigung (Spendenbestätigung) wünschen, finden Sie hier die nötigen Informationen:
http://www.med.uni-goettingen.de/de/content/service/fundraising.html

Vielen Dank
Michael Kramer, Oliver Lindenau, Kerstin Konrad

Beitrag dazu von der Betroffenen Daniela Israel:

Vor vier Jahren erlitt ich einen folgenschweren Arbeitsunfall, der mein Leben völlig auf den Kopf stellte. Ich war damals 30 und überglücklich, als Flugbegleiterin ausgewählt worden zu sein. Doch mein Traum vom Fliegen platzte an diesem Tag, denn ich hatte vergiftete Kabinenluft eingeatmet. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass Schadstoffe über die Triebwerke in das Innere gelangen können. Noch heute leide ich an den Folgen.

Das Schlimmste in der Zeit nach dem Unfall waren für mich die traurigen Augen meiner Tochter Shaya, in die ich blickte, wenn ich  wegen meiner schlechten körperlichen Verfassung sagen musste: 

„Nein, Mama kann Dich heute nicht in den Kindergarten bringen.”

„Nein, Mama kann heute nicht mit Dir auf den Spielplatz gehen.“

„Nein, Mama kann Dich nicht auf den Arm nehmen.“

Das bereitete mir mehr Kummer als die Woche im Krankenhaus mit den schweren Vergiftungserscheinungen, die Hilflosigkeit der Ärzte, die Zusammenhänge zu erkennen und die Ignoranz der Berufsgenossenschaft, den Arbeitsunfall als solchen anzuerkennen. Meine Vorgesetzten schickten mir sogar eine Abmahnung, wegen meiner öffentlichen Äußerungen im Zusammenhang mit meinem Unfall.

Doch es gab Hoffnung, als ich drei Jahre später die arbeitsmedizinische Ambulanz an der Universität Göttingen aufsuchte. Ich hatte glücklicherweise nach dem Vorfall Blutproben gesichert, die dort untersucht wurden. Man konnte mir dort genau sagen, welche giftigen Stoffe ich eingeatmet hatte. Endlich bekam ich Gewissheit. Ich lernte in der Zwischenzeit viele betroffene Passagiere, Flugbegleiter/innen und Pilot/innen kennen, denen Ähnliches widerfahren war.

Die Uni richtete wenig später sogar eine in Deutschland einzigartige Ambulanz für Kabinenluftgeschädigte ein. Doch ihre Existenz steht nun auf dem Spiel. 

Gemeinsam mit anderen Betroffenen und mit Rückenwind von Verdi und der Vereinigung Cockpit kämpfen wir dafür, dass die einzige neutrale Anlaufstelle in Deutschland erhalten bleibt.

Bitte unterzeichnen auch Sie unsere Petition an den Dekan der Uni Göttingen. Über 12.000 Menschen haben bereits unterschrieben.

Ich danke Ihnen von Herzen, denn fast täglich kommen neue Betroffenen hinzu, die eine neutrale und kompetente Anlaufstelle brauchen. Wir haben jetzt gemeinsam die Chance, sie zu unterstützen!

Daniela Israel

Ein Gedanke zu „Petition: Kontaminierte Kabinenluft „Fume-Event-Sprechstunde“ muss erhalten bleiben!

  • 24. August 2017 um 11:36
    Permalink

    Dass Fliegen für Mensch und Umwelt nicht gesund ist, kann jeder wissen, der sich dafür interessiert! Und jetzt tut jemand so, der aktiv an diesen Abläufen beteiligt ist, als hätte er/sie nichts gewusst! Lächerlich! Ich bin 55 Jahre alt und nur einmal in meinem Leben geflogen. .ich weiß, warum!
    Hinterher jammern gilt nicht! !!!

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.