Raserurteil vom BGH aufgehoben, kein Mord

Zwei Männer hatten sich in Berlich ein illegales Strassenrennen geliefert wodurch eine unbeteiligte Person angefahren und getötet wurde, und das nur weil diese beiden 24 und 26 Jahre alten Männer mit bis zu 170km/h durch Berlin rasen mussten. Der  BGH sah allerdings im Gegensatz zum Langericht Berlin keinen tötungsvorsatz, und gab damit der Revision dieser beiden Männer statt. Das Landgericht Berlin hatte wegen diesem Rennen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

https://www.wr.de/panorama/bundesgerichtshof-entscheidet-raser-unfall-war-kein-mord-id213589017.html

Mord bedeutet in unserem Strafrecht, dass ein Vorsatz vorgelegen haben muss.

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 211 Mord

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
(2) Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.

Fußnote

§ 211: Nach Maßgabe der Entscheidungsgründe mit dem GG vereinbar, BVerfGE v. 21.6.1977 I 1236 – 1 BvL 14/76 –
Nun kann man darüber streiten, ob ein illegales Rennen, bei dem die Verletzbarkeit von Gesundheit und körperliche Unversehrtheit von anderen billigend in Kauf genommen wird, nicht auch als gemeingefährliches Mittel, oder als sonstiger niedriger Beweggrund angesehen werden kann.Zumindest aber käme §212 StGB in frage, denn dort heißt es:

§ 212
Totschlag

(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

Es muss ein Mensch einen anderen getötet haben. Wenn nun der Täter den Tod des Opfers weder gewollt hat noch sicher gewusst hat, dass der andere sterben würde, so ist es ausreichend für das Vorliegen eines Totschlags, dass die handelnde Person den Tod eines anderen nicht ausschließen kann und ihn also billigend in Kauf nimmt.

 

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