SS-520-5 – die kleinste Rakete die je einen Satelliten ins All befördert hat 

Medial fast unbemerkt durch den Start von SpaceX neuer Rakete Falcon Heavy hat die japanische Raumfahrtbehörde JAXA mit der von Nissan gefertigten SS-520-5 einen 3 kg schweren Forschungssatelliten der Universität Tokio in die Umlaufbahn befördert. Von dort aus soll er Fotos von der Erdoberfläche senden. Das besondere hierbei sind jedoch die Dimensionen der japanischen Rakete. Zwar ist die Nutzlast mit 4 kg deutlich geringer als bei Konventionellen Raketen, jedoch in einer Epoche der Kleinsatelliten sehr viel zeitgemäßer als die Falcon Heavy, die zwar eine Nutzlast von bis zu 64 Tonnen in den erdnahen Orbit befördern könnte aber dabei ein Startgewicht von 1.400 Tonnen auf die Waage bringt. Damit verbunden ist jedoch auch ein Kraftstoffverbrauch vergleichbar mit 18 Jumbo Jets. Dabei beträgt das Startgewicht der japanischen Entwicklung 2,2 Tonnen. Die Kosten für den Start einer Falcon Heavy werden derzeit mit 90 Millionen Dollar angegeben, die Kosten für die SS-520 betragen zum Vergleich 4,4 Millionen Dollar.  Auf das Kilogramm bzw. Die Tonne gerechnet ist somit die SpaceX Rakete zwar günstiger, jedoch nur vorausgesetzt, dass die Kapazität zum einen voll ausgelastet wird und zum anderen, überhaupt der Bedarf nach derart großen Raketen besteht. Zumal es bereits Raketen für den Schwerlastbereich auf dem Markt gibt. So kann die Saturn V beispielsweise schon seit den 70ern bis zu 130 Tonnen Nutzlast in den erdnahen Orbit und sogar 44 Tonnen auf den Mond befördern. Die Sowjetische Rakete Energija konnte 105 Tonnen Nutzlast befördern. Jedoch wurden solch große Lasten nur relativ selten bewegt (beispielsweise bei den Mond-Missionen), so dass die meisten schweren Trägerraketen wie die Saturn V, die Energija oder N1 längst nicht mehr produziert werden. Zudem ist es wie in der privaten Technik möglich die Forschungsgeräte immer kleiner und somit leichter zu bauen. Bereits 2015 waren laut dem DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) mehr als 100 sogenannte Pico-Satelliten in der Erdumlaufbahn. Durch den relativ geringen Preis ist diese Art von Satelliten besonders für Entwicklungs- und Schwellenländer interessant die mit eigenen Satelliten ihre Landwirtschaftliche Kapazität optimieren oder zum Beispiel Waldrodungen von Weltraum aus erkennen und verhindern möchten. Von dem her wird es spannend, welcher der beiden Raketen die Zukunft gehört. Lautet das Motto auch weiterhin „immer höher, immer weiter, immer größer“ oder setzt sich das japanische Modell durch, welches auf möglichst feine und leichte Technologie setzt. Es bleibt spannend. Glückwunsch an JAXA und Nissan für diesen Weltrekord.  

Quellen: 
https://www.flugrevue.de/raumfahrt/top-10-die-staerksten-raketen-der-welt-platz-2-2-800-tonnen-startmasse/567780?seite=10 
https://de.wikipedia.org/wiki/S-520 
https://de.wikipedia.org/wiki/Falcon_9 

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