Staatstrojaner für Smartphones im Einsatz durch das BKA

Denn sie tappen sonst im Dunklen – so jedenfalls scheint die Begründung der Ermittlungsbehörden zu lauten. Jedenfalls nutzt auch das BKA Sicherheitslücken der Technik um „Überwachungslücken“ schließen zu können. Wie wer und warum denn nun wirklich überwacht werden soll dazu schweigt die Behörde aus ermittlungstaktischen Gründen – für mich eine Art Schutzbehauptung.

Polizei spioniert Handynutzer mit Trojaner aus

In Haushaltsunterlagen für das Jahr 2017 beantragte das BKA Sachmittel im Umfang von 50 Millionen Euro, um die „operativen IT-Systeme“ zu verbessern. Der Smartphone-Trojaner wurde damals als „3. Produktlinie“ bezeichnet. Die erste und zweite Produktlinie galt Laptops und Desktop-Rechnern.

http://www.sueddeutsche.de/digital/ueberwachung-polizei-spioniert-handynutzer-mit-trojaner-aus-1.3842439

Staatstrojaner: Das große Schnüffeln hat begonnen

Welche Sicherheitslücken genutzt wurden, um in die Mobilgeräte einzubrechen, was genau die Spionagesoftware alles kann und wie oft sie schon eingesetzt wurde, bleibt bis auf Weiteres unbekannt.

Noch nie gab es in der Geschichte der Bundesrepublik einen größeren, umfassenderen, weitreichenderen, heimlicheren und gefährlicheren Grundrechtseingriff: Das Bundeskriminalamt hat damit begonnen, sogenannte Staatstrojaner auf privaten Computern, Laptops und Handys zu installieren. Damit können sämtliche Daten ausgeleitet, damit kann das gesamte Computer-Nutzungsverhalten eines Menschen in Gegenwart und Vergangenheit überwacht werden.

https://netzpolitik.org/2018/staatstrojaner-das-grosse-schnueffeln-hat-begonnen/

Wer überwacht denn eigentlich diese Behörden ob sie wirklich auch rechtlich betrachtet nicht über ihr Ziel hinausschießen? Die genutzten technischen Sicherheitslücken der Geräte treffen ja wenn dann für jedes Gerät zu – nicht nur bei den Geräten von tatsächlich Kriminellen. Und wie schnell werden auf Verdacht hin die Trojaner eingesetzt? Gibt man sich überhaupt die Mühe um die Gesetzeskonformität einzuhalten? Das Bundesverfassungsgericht hat es ja der Überwachung sehr viel einfacher gemacht – ist jetzt der Weg nahezu frei für die totale Überwachung?!

Dort, wo die Überwachung wirklich notwendig gewesen wäre – auch um den Anschlag zu verhindern (Weihnachtsmarkt Berlin) – wollte man diesen Trojaner wohl nicht einsetzen oder man war noch nicht so weit?! Das wäre für mich. neben den tatsächlich kriminellen Aktivitäten, die einzige Begründung für einen Einsatz – so wie es im Moment sich darstellt muss aber eher jeder damit rechnen das er automatisch überwacht wird…

 

Ein Gedanke zu „Staatstrojaner für Smartphones im Einsatz durch das BKA

  • Panthera
    27. Januar 2018 um 11:08
    Permalink

    Pragmatiker, ich kann dir nur zustimmen. Wir sind alle potientielle Verdächtige in einer Straftat. Und sei es nur, dass grade wir hier im Forum die Missstände der Regierenden aus aller Welt aufzeigen und die Verwicklungen duioser Geschäftspraktiken einiger Konzerne. Wir sind wie einst Till Eulenspiegel, auch wir halten den Leuten den Spiegel vor und legen, sprichwörtlich, den Finger in die Wunde. Es ist doch das gleiche mit den zahlreichen Überwachungskameras. Wieviele terroristische Anschläge wurden dadurch verhindert? Wieviele „normale“ Verbrechen aufgeklärt? Aber wehe man ist gegen diese Überwachung, dann wird man schnell als Feind der Freiheit beschimpft! Ist mir persönlich schon widerfahren, nur weil ich es gewagt habe, gegen diese ganzen Überwachungsmassnahmen zu sein. So weit ist es schon gekommen, viele sind rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich.

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