Urteil des Bundesarbeitsgerichtes: Ford-Leiharbeiter kriegen dicke Nachzahlung und Tausende Zeitarbeiter im Kölner Raum könnten nun den Branchenzuschlag einfordern

http://www.express.de/koeln/sieg-vor-gericht-ford-leiharbeiter-kriegen-dicke-nachzahlung—und-treten-lawine-los-25786610?dmcid=sm_fb

An sich eine super Nachricht und hoffentlich Weg weisend  ABER das ganze wird in 2017 ausgezahlt und steuerlich dem Jahr 2017  auch zugerechnet. Den Begriff Progression im Einkommenssteuerrecht kennen wir doch alle?! Und somit welch üble Folgen, gerade wie in dem hier vorliegenden Fall die Progression hat, dürfte auch klar sein?! Da kann die IG Metall ja wegen des erlittenen Steuerschadens direkt die nächste Klage runde für die Betroffenen einleiten…

Ehemalige Leiharbeiter die bei Ford gearbeitet haben müssen wohl in die Röhre schauen. Siehe die Frage der Ausschlussfristen. Laut Gesetz maximal 3 Jahre rückwirkend. Da aber der Sklavenhalter Tarifvertrag sagt 3 Monate Ausschlussfrist haben die wohl Pech. Da man 4 Jahre vor Gericht rum gestritten hat, werden die Zeitarbeiter die nicht von Anfang an Klage eingereicht haben wohl in die Röhre schauen so schlimm wie es ist.

Hier mal ein Link: Branchenzuschläge für Leiharbeit – IG Metall Aalen

Urteilsbegründung für diese Entscheidung mit dem Aktenzeichen  BAG – 5 AZR 552/14 – https://openjur.de/u/742019.html

Da gibt es einiges interessantes zu lesen. Z.BV. unter der Randnotiz 60 liest man folgendes:
…“Das Arbeitsgericht hat in dem angefochtenen Urteil den Zahlungsanträgen teilweise stattgegeben. Es hat die Anwendbarkeit des TV BZ ME bejaht und bei der Berechnung der Klageansprüche die vom Kläger behaupteten und von der Beklagten nicht substantiiert bestrittenen Stunden für die einzelnen Monate zugrunde gelegt sowie die Höhe der Zulage an dem vom Kläger genannten Bruttostundenlohn der Entgeltgruppe 1 (West) des Entgelttarifvertrags der iGZ und u. a. der IG Metall orientiert.“…

Die LAN waren nach der Beschreibung der Randnotiz 49 folgend tätig: …Für die F W GmbH werden nach deren Vorgaben von der L Motoren mit Getrieben, Federbeinen, Kompressoren, Lichtmaschinen, Kabelbaum, Schläuchen, Motorprägung, Vorderachsen usw. montiert und komplettiert. Dabei werden Steck-, Füge-, Füll-, Schraub- und Scanoperationen nach einem festgelegten Ablaufplan ausgeübt. Bei den Steckoperationen werden Teile zusammen gesteckt. Bei den Fügeoperationen werden zusammengesteckte Teile/Module zusätzlich verfügt. Fülloperationen sind Tätigkeiten, bei denen in der Regel Öl in das Getriebe eingefüllt wird. Schrauboperationen sind Verschraubungen, die mittels Elektro-Schraubern erfolgen. Drehmoment und Drehwinkel der Verschraubungen sind voreingestellt und brauchen durch die bei der L Beschäftigten, welche die Komplettierung vornehmen, nicht verändert zu werden. Scanoperationen, bei denen mittels eines Hand- und Stationsscanners die mit Barcodes versehenen Teile/Module gescannt werden, ermöglichen eine Kontrolle, ob zur Komplettierung die richtigen Einzelteile/Module verwendet werden. Das Ergebnis der von der L vorgenommenen Arbeiten ist die komplette Motor-Getriebe-Einheit, dass sogenannte „Pony-Pack“.

Der vom Kläger genannte Bruttostundenlohn von E1 für solche Tätigkeiten wäre der nächste große Beschiss.

Dies Beispiel soll wohl kein Vorbild für viele werden, denn versucht mal im Netz zu recherchieren -schweigen im Mainstreamblätterwald… oder gar bei ARD und ZDF!  

 

 

2 Gedanken zu „Urteil des Bundesarbeitsgerichtes: Ford-Leiharbeiter kriegen dicke Nachzahlung und Tausende Zeitarbeiter im Kölner Raum könnten nun den Branchenzuschlag einfordern

  • thecharlie
    27. Februar 2017 um 11:09
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    Nicht schlecht! Damit ist ein Präzedenzfall geschaffen. Ich denke, hier wird es in nächster Zukunft zu einigen Urteilen in gleicher Richtung kommen.

    Antwort
  • Netti
    27. Februar 2017 um 18:00
    Permalink

    Charlie, aber die menschen können nur auf die Idee kommen sich gegen solche Praktiken zu wehren wenn sie um solche Urteile auch wissen und genau DAS scheint ja sehr unerwünscht! Oder hast du eine andere Antwort darauf, wieso dies Urteil so gar keine Erwähnung in allen landläufig gelesenen Medien und TV Sendern? Man kann nur hoffen es spricht sich rum…

    Antwort

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