Wegen Warenkennzeichnung – Israel setzt Kontakte zur EU aus – will EU nicht mehr als Vermittler in Nahost-Friedensprozess

Siedlerprodukte müssen neu gekennzeichnet werden: Chips, die im Westjordanland produziert wurden, in einem Einkaufsladen in Tel Aviv. (11. November 2015) Bild: Dan Balilty/Keystone

Israel bricht Kontakt mit EU wegen Produktestreit vorerst ab

Die Verärgerung in Israel ist gross: Das Land will nach der Kennzeichnungspflicht für Siedlerprodukte die EU nicht mehr als Vermittlerin im Nahost-Friedensprozess akzeptieren.

Wie das israelische Aussenministerium mitteilte, ordnete Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Suspendierung dieser diplomatischen Kontakte mit den EU-Institutionen an. Bilaterale Kontakte mit einzelnen EU-Staaten wie Deutschland, Frankreich oder Grossbritannien sind demnach nicht davon betroffen.

Netanyahu hatte bereits bei der Einführung der Kennzeichnungspflicht wütend reagiert und gesagt: «Europa sollte sich für sich selbst schämen». …

…Künftig muss in allen EU-Mitgliedstaaten die Herkunft von landwirtschaftlichen und kosmetischen Erzeugnissen aus dem Westjordanland und Ost-Jerusalem sowie von den Golanhöhen angegeben werden. Das Siegel «Made in Israel» wird für Siedlerprodukte nicht mehr akzeptiert, das Wort «israelische Siedlung» muss nun ergänzt werden….

Israel bezeichnet Richtlinien als «Boykottaufruf» …

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/israel-bricht-kontakt-mit-eu-wegen-produktestreit-vorerst-ab/story/19320066

Welcher Friedensprozess? Es gibt keinen Friedensprozeß, sondern eine Eroberungspolitik durch Siedlungsbau, die weiter geräuschlos ablaufen soll. Die EU sollte bei derartigen Alibiveranstaltungen eh freiwillig nicht mehr mitmachen! Übrigens zum Thema Siedlungspolitik und CO, wer sich neben anderen kritischen jüdischen Veröffentlichungen im Internet informieren möchte, dem seien folgende Literatur empfohlen, viele davon von Autoren jüdischen Glaubens geschrieben:
Viktoria Waltz
Joachim Zschiesche
„Die Erde habt ihr uns genommen“
100 Jahre zionistische Siedlungspolitik in Palästina

Norman G. Finkelstein
„Antisemitismus als politische Waffe“
Israel, Amerika und der Missbrauch der Geschichte

John J. Merarsheimer
Stephen M. Walt
„Die Israel Lobby“
Wie die Amerikanische Aussenpolitik beeinflusst wird 

Dazu lese man auch: 

Historiker Judt

„Es gibt es eine Israel-Lobby in USA“

Die Autoren Mearsheimer und Walt haben eine nötige Debatte in Gang gesetzt, meint Historiker Judt. Nun werde diskutiert, ob sie Antisemiten sind – und nicht, ob sie Recht haben. …

Herr Judt, verbreitet das Buch „Die Israel-Lobby“ von John Mearsheimer und Stephen M. Walt eine antisemitische Verschwörungstheorie?

Tony Judt: Nein, ganz und gar nicht.

Manche Leute sind aber sehr vehement dieser Meinung.

Die haben es entweder nicht gelesen oder schon vorher gewusst, was sie davon halten müssen. Es ist erstens keine Verschwörungstheorie und es ist zweitens nicht antisemitisch. Sicherlich, es behauptet, dass die Israel-Lobby sehr erfolgreich darin war, die US-Außenpolitik zu beeinflussen. Aber das ist ja nicht im Geheimen passiert – also eine Verschwörung sieht anders aus….

http://www.taz.de/!5195184/

Kurt D. Wyss
„Wir haben nur dieses Land“
Der Israel-Palästinenser-Streit als Mutter aller Nahostkonflikte

Evelyn Hecht-Galinski
„Das elfte Gebot: Israel darf alles“
Klartext über Antisemitismus und Israel-Kritik

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