Weltherrscher? Es kann nur keinen geben.

Dingding Chen:

(Dozent für Government und Öffentliche Verwaltung an der Universität von Macau und Non-Resident Fellow am Global Public Policy Institute (GPPi) in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Chinesische (Außen-)Politik, Asiatische Sicherheitspolitik und Menschenrechte.)

„Keine Angst: China wird die US-Hegemonie nicht herausfordern.“

Die USA sollten dem chinesischen Vizepremier Wang Yang glauben: China strebt keine Weltvorherrschaft an. Die Beziehung zwischen China und den USA ist heute eines der wichtigsten und kompliziertesten bilateralen Verhältnisse der Welt. Dies erklärt, warum die jüngsten Äußerungen des chinesischen Vizepremiers Wang Yang zum chinesisch-amerikanischen Verhältnis eine rege Internet-Debatte ausgelösthaben.

Wang Yang erklärte, China habe „weder die Fähigkeit noch die Absicht, die Vereinigten Staaten herauszufordern“. Wohl auch, weil chinesische Führungspolitiker in Hinblick auf das Verhältnis der beiden Länder nur selten so leise Töne anschlagen und Wangs Bemerkungen nicht recht zur aggressiven chinesischen Außenpolitik der jüngsten Zeit passen wollen, hat sich in den USA eine erhitzte Debatte um die Deutung von Wangs Äußerungen entwickelt.

Die meisten Beobachter sehen seine versöhnlichen Worte mit Skepsis und halten an der Befürchtung fest, dass Peking beabsichtigt, auf Kosten des US-Einflusses eine chinazentrierte Ordnung in Asien zu etablieren. Mit anderen Worten: China will die USA als globalen Hegemon ablösen.

„Alles in allem kann unsere Welt auch ohne Hegemon überleben und florieren, sei er nun amerikanisch oder chinesisch.“

Quelle: http://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/weltherrscher-es-kann-nur-keinen-geben-743/

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