Wie kann Deutschland glauben, dass in Afghanistan mein Leben nicht in Gefahr ist?

Fotos: EPV/Harmsen

…Mohammad Mokhtari: Ich bin seit zwei Jahren in Deutschland. Ich wohne in einer Flüchtlingsunterkunft in Tirschenreuth. Nach 21 Monaten wurde mein Asylantrag abgelehnt. Die Begründung: Mein Leben sei nicht in Gefahr. Ich habe Widerspruch eingelegt. Bis dazu eine Entscheidung fällt, muss ich bestimmt noch einmal ein bis zwei Jahre in Ungewissheit leben. Wie kann Deutschland glauben, dass in Afghanistan mein Leben nicht in Gefahr ist? Deutschland schickt doch keine Soldaten in ein sicheres Land!…

…Wie ist das Leben in den Gemeinschaftsunterkünften?

Kazai: Da können Tiere untergebracht werden, aber keine Menschen. Ich wohne in einem Lager in Dingolfing, da ist die Situation noch nicht so krass. Ich kenne aber Lager, wo 500 Leute untergebracht sind. Auf jeder Etage leben 40 Leute, es gibt aber nur zwei Duschen und zwei Waschbecken. Die Flüchtlinge müssen ihr Gesicht da waschen, wo sie auch Geschirr spülen.

Mokhtari: Ich wohne in Tirschenreuth in einem Neubau. Das ist auch besser als viele andere Unterkünfte. Ich wohne in einem Zimmer mit fünf anderen Leuten. Jeder spricht eine andere Sprache. In der Nähe gibt es nichts, wo wir uns mit irgendetwas beschäftigen können. Wir sind eigentlich die ganze Zeit im Haus, schlafen oder essen. Unterhalten kann ich mich mit meinen Mitbewohnern nicht.

Kazai: Ich habe gefragt, ob ich im Flüchtlingslager arbeiten darf. Es sind ja so viele Sachen kaputt. Mir wurde dann gesagt, dass ich keine Arbeitserlaubnis habe und nicht bezahlt werden kann. Das war mir aber egal, ich wollte kein Geld. Ich wollte nur eine Beschäftigung….

http://www.epv.de/asyl

Dazu auch ein eigener Erfahrungsbericht : http://humanistenteam.de/junge-afghanische-fluechtlinge-zu-besuch-und-es-war-super-sehr-interessant-und-aufschlussreich/

 

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